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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Netcologne und Telekom

Glasfaserausbau von Netcologne in Ruppichteroth verspätet sich erneut

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Der Glasfaserausbau in Ruppichteroth und dem Rhein-Sieg-Kreis verspätet sich erneut. Demnach sollen die Anschlüsse von Netcologne erst bis Ende März fertiggestellt sein. Foto: Symbolbild [Daniel Prior]

Eigentlich war August 2020 als Fertigstellungstermin gedacht. Daraus wurde erst das Jahresende, dann Ende Januar 2021. Stand Dezember, so teilt der Rhein-Sieg-Kreis nun auf Anfrage mit, seien bislang etwa 90 Prozent der Rohrtrassen im Ausbaugebiet verlegt. „Damit kann die Anschaltung nun sukzessive erfolgen, sodass voraussichtlich bis zum Ende des ersten Quartals 2021 alle Anschlüsse in den FTTC-Gebieten über das schnelle Internet verfügen können“, sagt Kreissprecherin Daniela Blumenthaler. Parallel dazu würden die Glasfaseranschlüsse direkt bis in Haus verlegt. Das Unternehmen Westenergie, eine Tochter von RWE und vormals Innogy genannt, hat rund 25 Prozent der direkten Glasfaser-Hausanschlüsse im Auftrag von Netcologne erstellt. „Auch hier erfolgt die Anschaltung sukzessive nach der Fertigstellung bis Mitte 2021.“

Für das Ausbaugebiet von Eifel-Net in der Gemeinde Much soll die Fertigstellung weiterhin im dritten Quartal 2021 erfolgen. Auch im Ausbaugebiet der Telekom, die für Schule und andere Einrichtungen zuständig sind, gibt es Verzögerungen. „Dies bedeutet, dass das terminierte Projektende von Ende November 2021 nicht eingehalten werden kann. Die Gesamtfertigstellung soll nun bis Ende Mai 2022 erfolgen“, so Blumenthaler.

Verwirrung bei der Beratung

Für die Ruppichterother hält Netcologne derzeit noch daran fest, im Januar schnelles Internet von bis zu 100 Mbit/s liefern zu können. Laut Kundenberatern, die von Haus zu Haus ziehen und Vorverträge anbieten, seien die Verteilerkästen vielerorts bereits fertig montiert. Einen genauen Termin könne man jedoch nicht liefern, ebensowenig wie die genauen Bandbreiten, die vor Ort verfügbar sein werden.

Die Informationspolitik der Berater sorgt zudem teilweise für Verwirrung, wie nicht nur die Ruppichterother, sondern auch Tobias Müller vom örtlichen Elektronik-Händler EP:Müller berichtet. Das Geschäft ist von Netcologne als Vertreterfiliale ausgewählt worden, künftige Kunden und Interessenten können sich dort über die Breitbandanschlüsse informieren. „Es herrscht viel Unwissenheit.“ Über vieles werde gar nicht erst gesprochen, zum Beispiel beim Thema Vertragslaufzeit. Wer jetzt schon einen Vertrag mit Netcologne abschließt, bekommt nicht etwa sofort schnelles Internet, wenn es verfügbar ist. „Technisch funktioniert auf einer Leitung auch nur ein Vertrag“, sagt Müller. Das heißt, der alte Vertrag muss erst auslaufen, ehe der neue beginnen kann – und dabei gelten die vertraglich geregelten Kündigungsfristen. In Ausnahmefällen sei ein früherer Ausstieg möglich, der allerdings mit Kosten verbunden sei.

Ein ebenfalls weit verbreiteter Irrtum, auf den er angesprochen wird: „Viele denken, dass sie ihren bestehenden Vertrag bei einem Wechsel selbst kündigen müssen, was aber mit die schlechteste Lösung ist, weil man die eigene Rufnummer verlieren kann“, erklärt Müller. Deshalb sollte man für einen nahtlosen Übergang den neuen Provider mit der Kündigung beauftragen. „Worauf wir bei uns immer hinweisen, ist auch an die eigene E-Mailadresse zu denken.“ Viele Kunden hätten eine T-Online-Mailadresse, die bei einem Wechsel umgestellt werden müsse.

Glasfasernetz für jeden Anbieter nutzbar

Seit dem Spätsommer 2018 bauen der Kölner Telekommunikationsanbieter Netcologne und der Westenergie ein Glasfasernetz im östlichen Rhein-Sieg-Kreis auf. Damit sich das für die Unternehmen rechnet, unterstützen der Bund und das Land NRW mit mehreren Millionen Euro. „Es handelt sich um ein offenes Netz, jedes andere Unternehmen hat das Recht, sich dort einzumieten“, heißt es vom Rhein-Sieg-Kreis. Die Mieter müssten sich dann mit Netcologne und Westenergie einigen und eine Nutzungsgebühr zahlen – so, wie es die Telekom mit anderen Anbietern auch schon macht.

Dass es dabei nicht um eine mehrmonatige oder gar -jährige Verhandlungszeit geht, bestätigt die Kreisverwaltung: „Der Ausbau verpflichtet, dass jeder die Leitungen nutzen kann. Und das geht auch relativ zügig.“ Wie zügig, zeigt sich am Beispiel Windeck. Dort sind nicht nur Netcologne-, sondern bereits gleichwertige Telekom-Tarife verfügbar. „Es gibt Gebiete in Deutschland, in denen nicht die Telekom, sondern ein anderes Unternehmen die lokale VDSL- oder Vectoring-Infrastruktur aufgebaut hat. Die Telekom mietet die Leitung bei diesen Tarifen von anderen Unternehmen an“, heißt es von der Telekom. Zu erkennen sind die Tarife am Beiwort „Regio“. Sie sind allerdings meist teurer als vergleichbare Angebote von Netcologne.

Für Telekom-Bestandskunden bedeutet das, den Anbieter nicht wechseln zu müssen, sondern lediglich den Tarif. Eine Lösung für das Problem, das viele Ruppichterother haben: Sie sind meist an einen Vertrag gebunden, der viel später ausläuft, obwohl schnelleres Internet von Netcologne bereits verfügbar ist.

Kommentare

  • Raimund Hensel 04.01.2021 um 15:47

    Super. Ich bin früher aus meinen Vertrag mit 1&1 rausgekommen. Kulanz des Anbieters. Jetzt habe ich durch die Verzögerung gar kein Internet da sich der Ausbau immer wieder verzögert. Wir haben uns einen Hotspot von Lidl besorgt und haben jetzt über LTE Internet. Das kostet aber. In einem halben Monat sind schon 70 Eur futsch. DANKE NETCOLOGNE!!

  • H. Benz 12.12.2020 um 15:14

    Ein echter Schenkelklopfer. Ich lach mich schlapp ...

  • Uwe Böhmer 12.12.2020 um 07:21

    Ok, wir sind jetzt ca. 20 Jahre in dem Thema zurück. Da machen jetzt die paar Monate auch nix mehr. Das ist natürlich nicht so gemeint. Ich Frage mich, warum das in Deutschland, also hier bei UNS so schwierig ist einen gesetzten Termin einzuhalten. Darüber hinaus stelle ich mir die Frage ob es dafür Konventionalstrafen für die Verzögerung der Fertigstellung gibt. Aber daran hat ja wahrscheinlich keiner gedacht. Ist ja auch nicht so schlimm. Ich habe gelernt, dass man als ausführendes Unternehmen Termine einhalten muss und im Falle einer terminlichen Gefahr, Maßnahmen wie Mehrarbeit oder der Gleichen anweist um den Auftrag termingerecht fertig zu stellen. Diesen Ansporn schient es in öffentlichen Aufträgen (mit erheblichen Fördergeldern) nicht zu geben.

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