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Unfallhäufungsstelle

Kreis zieht Konsequenzen nach Unfällen bei Nässe auf K17 im Derenbachtal

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Die kurvenreiche Strecke der Kreisstraße 17 im Derenbachtal bleibt ein Sorgenkind der Verkehrsplaner. Nachdem die K 17 bereits in der Vergangenheit immer wieder durch schwere Kollisionen und von der Fahrbahn abkommende Fahrzeuge in die Schlagzeilen geraten war, hat der Rhein-Sieg-Kreis nun erneut reagiert. Seit Oktober 2025 wird ein bestimmter Abschnitt offiziell wieder als Unfallhäufungsstelle geführt. Foto: Die K17 im Derenbachtal. [Nicolas Ottersbach]

Unangepasstes Tempo bei Nässe im Fokus 

Grund für die Einstufung durch die Kreispolizeibehörde war eine auffällige Serie von Unfällen, die sich mehrheitlich bei regennasser Fahrbahn ereignet hatten. Die Analyse der Experten ergab dabei ein differenziertes Bild: Die Verkehrsteilnehmer waren zwar „nicht absolut zu schnell“ unterwegs – hielten sich also an die allgemeinen Tempolimits –, wählten aber für die Durchfahrt der engen Kurven bei Nässe eine zu hohe Geschwindigkeit. Das teilt die Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises auf Anfrage mit.

Als Sofortmaßnahme hat die Kreisverwaltung auf dem betroffenen Streckenstück die Höchstgeschwindigkeit bei Nässe auf 50 Stundenkilometer reduziert. Ob diese Maßnahme die gewünschte Wirkung zeigt, soll in der Jahressitzung der Unfallkommission im April 2026 kontrolliert werden. 

Historie einer Problemstrecke 

Die K 17 im Bereich des Abzweigs Schreckenberg beschäftigt die Behörden seit Jahren. Bereits 2017 wurden dort neun Unfälle registriert, in den Folgejahren pendelte sich die Zahl bei jeweils sechs gemeldeten Vorfällen ein. Besonders dramatisch war ein Unfall, bei dem ein Porschefahrer lebensgefährlich verletzt wurde, als er in den Gegenverkehr geriet. In der Vergangenheit hatte die Unfallkommission bereits versucht, die Situation durch zu entschärfen, mit schraffierten Markierungen, Warnschildern und Geschwindigkeitsmessungen.

Aufrauen der Fahrbahn 

Obwohl aktuelle Überprüfungen der Fahrbahngriffigkeit laut Pressestelle „keine Defizite und damit keinen zwingenden Handlungsbedarf“ ergeben haben, wird eine weitere Lösung geprüft. Um die Griffigkeit bei Regen weiter zu erhöhen, steht im Raum, die Fahrbahn  aufzurauen. Schon in früher war bei Unfällen aufgefallen, dass der Asphalt auf den direkten Fahrspuren deutlich rutschiger wirkte als außerhalb. Sollte die Temporeduzierung auf 50 Stundenkilometer bis zur Sitzung im April nicht den erhofften Sicherheitsgewinn bringen, könnte die zusätzliche Bearbeitung des Straßenbelags der nächste Schritt sein, um die K17 im Derenbachtal dauerhaft zu entschärfen.

Kommentare

  • Jürgen Bergmann
    25.03.2026 At 14:02

    Guten Tag, ein Bericht von broeltal.de von 2014:

    “2005 hatte der Rhein-Sieg-Kreis den Neubau auf Wunsch der Gemeinde Ruppichteroth, des Heimatvereins Winterscheid und einiger Kreistagsabgeordneter in sein Straßenbauprogramm aufgenommen. Die Kreisverwaltung nennt ihn ‘einen wichtigen Lückenschluss im Familiennetz des Regionale 2010-Projektes RadRegionRheinland und im Radverkehrsnetz des Rhein-Sieg-Kreises’. Kritik gab es von vielen Bürgern, weil die Fahrbahnbreite für Autos verringert wurde und somit Unfälle befürchtet wurden. Auch der fehlende Radweg-Lückenschluss an der L86 zwischen Hänscheid und dem Derenbachtal wurde kritisiert.”

    Viele Grüße, Jürgen Bergmann

  • Rolf Hecker
    25.03.2026 At 07:26

    Ich schließe mich meinen Vor-Kommentatoren an: Das Problem liegt zum Einen in der maßlosen Überdimensionierung des Radweges, zum Anderen in der Ausführung des Bordsteines. Dieser wird in allen benachbarten Kreisen als abgeschrägter Bordstein in weiß ausgeführt, damit eben kein Impuls beim Anstoßen des Fahrzeugs auf den Bordstein hervorgerufen wird. Nur hier hielt das der damalige Planer nicht für erforderlich, nachdem ich ihn darauf hingewiesen hatte. Den "Erfolg" dieser Planung sehen wir im obigen Artikel! Jetzt wird nur noch agiert gemäß dem Motto "Da haben wir was gemacht, damit wir was gemacht haben"!

  • Bernhard Gebhard
    24.03.2026 At 07:14

    Kann mir bitte jemand die Doppellinie erklären. Die ist so irritierend das Schraffierungen nachgemalt werden mussten.

  • Frank Pütz
    23.03.2026 At 12:40

    Guten Tag zusammen. Die obengenannten Gründe sind nur zu einem Teil richtig. Die Hauptursache ist der überdimensionale Radweg im Verhältniss zur Straßenbreite und dem hohen Randstein Talabwärts. Bei Nässe und Dunkelheit eine absolute Gefahrenstelle. Ebenso beim Begegnungsverkehr zweier großer LKW. War hinter einem LKW als dieser für mich nicht ersichtlich bis zum Stillstand abbremsen mußte um keine Berührung im Gegenverkehr zu erzeugen. Bei Schnee ist der Randstein maximal zu erahnen. Ein aufrauhen der Fahrbahn erzeugt da nur zusätzliche Kosten ohne den echten Grund anzuerkennen. Schade das es keinem Verantwortlichen möglich ist darüber nachzudenken.

    Einfach mal nachdenken und handeln. Problemlösung kann sehr einfach sein!

  • Frank Unglauben
    22.03.2026 At 16:35

    Denke nur ich, dass das Problem nicht alleine mit der mangelnden Griffigkeit der Straße bei Nässe zu erklären ist, sondern der hohe Randstein und die geringe Breite der Straße ganz wesentlich zu den vermehrten Unfällen geführt hat?

    • Gabi Platz
      23.03.2026 At 12:50

      Nein, Herr Unglauben, das denken nicht nur Sie. Das Problem sind nicht die Autofahrer sondern die Planung und Ausführung des breiten Radweges und der engen Straße. Der hohe Bordstein ist extrem gefährlich. Wenn ein Bus oder ein Lkw entgegenkommt und dieser die Mittellinie befährt oder überfährt, ist ein Unfall vorprogrammiert, weil man nicht ausweichen kann. Selbst wenn sich 2 Busse begegnen, ist der Abstand zwischen den Fahrzeugen nur minimal. Daran ändert auch Tempo 50 nichts!

      • Micha
        25.03.2026 At 09:51

        Hallo Frau Platz. Sicher ist der Bordstein zu Hoch, sicher ist die Fahrbahn verengt, sicher ist das Derenbachtal nicht der Nürburgring. Das es eng werden kann und wird wenn ein Lkw oder Bus einem entgegen kommt, steht auch ausser Frage, aber es wird auch auf anderen Straßen im Gebiet genauso eng obwohl diese breiter sind.

        Auf der L317 Schönenberg / Eitorf hat mich das schon ein Auto gekostet … und da gibt es weder Bordstein noch verengte Fahrbahn … auch wenn einem dort Motorräder entgegen kommen oder einen bedrängen weil sie nicht überholen können, ist die Fahrbahn zu eng. Vieles hängt von Geschwindigkeit und Einstellung zum Fahren oder der befahrenen Straßen ab.

        Unfallfreies Fahren auf all ihren Wegen.

        • Frank Pütz
          28.03.2026 At 14:43

          @Micha: Sie diskutieren hier am Thema vorbei. Es geht nicht um die L317. Es geht hier um die K17. Zwischen Landstraße und Kreisstraße sollte man unterscheiden. Es ist sicher bedauerlich das sie dort ihr Auto beschädigt haben aber hier geht es es um den Unfallschwerpunkt K17. Vielen Dank

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