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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Kreisverkehr soll "Platz der Synagoge" werden

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Es ist die einzige erhaltene Synagoge im Rhein-Sieg-Kreis, aber kaum jemand weiß darüber Bescheid: Das Bruchsteinhaus in der Wilmhelmstraße 2. Das soll sich bald ändern. Der Hauptausschuss des Ruppichterother Gemeinderats hat sich dafür ausgesprochen, in der Nähe des Gebäudes eine Stele als Erinnerung aufzustellen. Zudem soll der benachbarte Kreisverkehr als "Platz der Synagoge" bezeichnet werden. Foto: Die Synagoge in der Wilhelmstraße [Nicolas Ottersbach]

Das Thema, das der Verein Landjuden an der Sieg schon seit Jahren beschäftigt, griff nun die SPD-Fraktion mit einem Antrag auf. Bisherige Versuche des Vereins, die denkmalgeschützte Synagoge auch als solche mit einer Gedenktafel kenntlich zu machen, waren gescheitert - weil der Besitzer Schmierereien und Übergriffe befürchtete.

Der Sozialdemokraten machten nun als Kompromiss den Vorschlag, den Kreisverkehr umzubenennen. Anwohner der Burg- und Wilhelmstraße würden ihre Adressen behalten. Bürgermeister Mario Loskill regte an, außerdem eine Stele mit Geschichtstafel wenige Meter entfernt von dem Gebäude zu platzieren. Im Stil der historischen Tafeln, die Bürgerverein und Schaufenster Ruppichteroth bereits im historischen Ortskern und an der Brölstraße aufgestellt haben: mit Fotografien und Texten.

Die CDU schlug zudem vor, entlang Orten jüdischen Lebens in Ruppichteroth einen Themenweg zu erstellen. Stationen könnten Häuser, in denen jüdische Mitbürger lebten, der Friedhof oder auch das Mahnmal sein.

Die 1921 erbaute Synagoge wurde in der Reichspogromnacht am 10. November 1938 angezündet. Die letzten Ruppichterother Juden wurden 1942 in Vernichtungslager deportiert. In einem Bericht hatte sich Hans Ottersbach an die Ereignisse erinnert.

Wolfgang Eilmes hat auf bilderbuch-ruppichteroth.de eine Karte mit der Lage der jüdischen Häuser in Ruppichteroth veröffentlicht. Dazu gibt es auch einen Bericht der letzten Bewohner des Hauses Dr. Pach an der Brölstraße. Derzeit sucht er nach weiteren Zeitzeugenberichtenberichten.

Kommentare(5)

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  • Wolfgang Steimel 17.04.2017 16:25

    Ich meine zu diesem sensiblen Thema müssen nicht unbedingt noch Kommentare ins Netz gestellt werden. Hier wurde sachlich dargestellt, was geplant ist und damit dürfte es an dieser Stelle auch genügen. Befürworter und auch Kritiker sollten sich beim Bürgermeister melden und diese Planungen aktiv mit gestalten.
     

    Andreas Rudolf 22.04.2017 21:28

    Was spricht dagegen, wenn Kommentare zu diesem sensiblen Thema ins Netz gestellt werden, so lange sie sachlich sind? Und wenn sich ein unsachlicher oder gar diffamierender Kommentar einfindet, dann reagieren die Nutzer und widersprechen bzw. weisen zurecht. So ist es auch in diesem Falle geschehen. Der Verlauf einer Diskussion ist manchmal unangenehm, aber ein wichtiger Bestandteil der Demokratie.
     
  • Heino Giese 13.04.2017 00:32

    Ich bin dagenen. Wie lange sollen wir noch für die Kriegsverbrechen unsere Vorfahren konfrontriert und verantwortlich gemacht werden. Es ist Zeit zum Vergessen... und dann sollte auch Schluß sein mit Wiedergutmachungsgefühlpropaganda... Frohe Ostern an alle.
     

    Andreas Rudolf 13.04.2017 11:54

    Einfach vergessen heißt die Vergangenheit leugnen und in alte Fehler zurückfallen. Die heutige Generation wird durch das Erinnern auch nicht für die Taten ihrer Vorfahren verantwortlich gemacht. Es geht ausschließlich darum, durch beständiges Erinnern den Rechtsextremismus an seiner Ausbreitung zu hindern. Wer vergisst, lässt rechtsradikalem Gedankengut freie Bahn. Daher ist es richtig, den Mord an Millionen unschuldigen Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen!
     

    Rick James 14.04.2017 17:22

    Frohe Ostern wünschen und gleichzeitig das Vergessen von Verbrechen propagieren - Heiteres zum Wochenene vor ernstem Hintergrund.
     

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