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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Am Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz

Neue Gedenktafel wird an der ehemaligen Synagoge in Ruppichteroth enthüllt

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des NS-Regimes. Am diesjährigen Gedenktag wird an der ehemaligen Synagoge in Ruppichteroth eine neue Gedenktafel enthüllt. Foto: Die ehemalige Synagoge in Ruppichteroth [Nicolas Ottersbach]

Erst sollte es nur eine kleine Gedenkfeier werden, in der die neue Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge in der Wilhelmstraße enthüllt wird. Doch nach und nach kündigten sich immer mehr Teilnehmer an. So ist Ursula Völkner, die Enkelin des Arztes Dr. Erich Deutsch, der von 1935 bis 1938 in Oeleroth praktizierte und am 5. Oktober 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet wurde, zu Gast. Durch die Veranstaltung Frau Miriam Reinecke, die Vorsitzende des Freundeskreises Nümbrecht-Mateh-Yehuda. Die Gedenk-Ansprache hält Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Erst wenn man sich genauer mit dem Gebäude befasst, wird nachvollziehbar, warum es so bedeutend ist: Die Synagoge fristet seit Jahrzehnten ein Schattendasein - obwohl es das einzige noch erhaltene jüdische Gotteshaus im Rhein-Sieg-Kreis ist. Derzeit beheimatet sie noch Wohnungen, ist mittlerweile aber im Besitz der Gemeinde Ruppichteroth, die dort einen interreligiösen Treffpunkt etablieren will. Von der bewegten Geschichte des Baus zeugte lange Zeit nichts. Zwischenzeitlich wurde aber eine Infotafel in der Nähe aufgestellt, die auf die Reichspogromnacht 1938 und die jüdische Geschichte hinweist. Der benachbarte Kreisverkehr heißt seit 2017 "Platz der Synagoge".

Langfristig zur Gedenkstätte ausbauen

"Langfristig wollen wir die Synagoge zu einer Gedenkstätte ausbauen, mit Gedenkfeiern und Veranstaltungen", sagt Bürgermeister Mario Loskill. Die Anbringung der Gedenktafel sei als eine Art Startschuss zu verstehen. "Es wird eine Anlaufstelle für unsere jüdischen Mitbürger und alle aus der Gemeinde, die sich mit Religionen beschäftigen wollen." Man erinnere an die schrecklichen Dinge, die während des Nationalsozialismus passiert sind, aber auch an die Befreiungen wie die am 27. Januar 1945. "Es gibt einen gewissen Rechtsruck in der Bevölkerung, und der ist durch Corona nicht weniger geworden. Jeder von uns muss Flagge zeigen, dass man für den demokratischen Rechtsstaat einsteht und sich zur Vergangenheit bekennt", sagt Loskill.

Die Veranstaltung findet unter Beachtung der aktuellen Coronavorschriften unter Anwendung der 2G-Regelungen statt. Der Zugang ist somit ausschließlich für vollständig immunisierte oder genesene Personen möglich. Eine Kontrolle der Personen findet in den Zugangsbereichen zur Veranstaltung statt, in diesem Bereich ist die Straße gesperrt. Der Einlass zur Veranstaltung wird ab 15:30 Uhr möglich sein, Beginn ist um 16 Uhr.

Kommentare

  • Jürgen Lang 26.01.2022 um 16:18

    Ich begrüße diesen Schritt wirklich sehr, denn diesen gewissen "Rechtsruck" den unser Bürgermeister anspricht, kann man (- finde ich zumindest) auch in unserer Gemeinde spüren.

    Allerdings würde ich mich sehr freuen, wenn man solche Veranstaltungen früher und "breiter" ankündigen würde - das würde dem Thema deutlich mehr Gewicht und Beachtung bescheren und eine größere Teilnahmequote mit sich bringen. So kurzfristig kann man das leider oft nicht einplanen, schade.

    • Jörg Bosbach 02.02.2022 um 12:01

      Herr Lang, dass wir hier in Ruppichteroth einen enormen Zuwachs an rechten Tendenzen haben, konnten wir leider bei den letzten beiden Wahlen am Wahlergebnis der AfD sehen. Wenn man sich dieses Ergebnis nach den Wahlbezirken anschaut, ist klar erkennbar, wer hier den Hang zur AfD hat. Ich könnte hier auch den Grund/die Gründe dafür benennen, werde es auf so einer Plattform wie broeltal.de aber nicht tun.

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