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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinde Ruppichteroth kauft alte Synagoge

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die Gemeinde Ruppichteroth hat die ehemalige Synagoge an der Wilhelmstraße gekauft. Dort soll langfristig ein Museum entstehen. Foto: Die ehemalige Ruppichterother Synagoge, die heute ein Wohnhaus ist. [Nicolas Ottersbach]

Die Synagoge fristet seit Jahrzehnten ein Schattendasein - obwohl es das einzige noch erhaltene jüdische Gotteshaus im Rhein-Sieg-Kreis ist. Bislang war es in Privatbesitz, die Räume zu mehreren Wohneinheiten umgebaut. Von der bewegten Geschichte des Baus zeugte lange Zeit nichts. Mittlerweile gibt es aber eine Infotafel in der Nähe, die auf die Reichspogromnacht 1938 und die jüdische Geschichte hinweist. Der benachbarte Kreisverkehr heißt seit 2017 "Platz der Synagoge".

Vorerst bleiben Wohnungen

Der Ruppichterother Gemeinderat hat nun entschieden, dass die Kommune die Synagoge kaufen soll. Die SPD-Fraktion hatte im Januar 2018 einen Antrag dafür gestellt. Laut Bürgermeister Mario Loskill wickelt derzeit ein Notar den Kauf ab. "Es geht erst einmal darum, den Bestand zu sichern", sagt er. In einem nächsten Schritt soll ein Konzept erarbeitet werden, wie das Gebäude in den kommenden Jahren genutzt werden soll.

Das unscheinbare Bruchsteinhaus in der Wilmhelmstraße 2 steht unter Denkmalschutz. Von der einstigen Nutzung als Gotteshaus ist nicht mehr viel übrig: Schon lange ist es ausschließlich ein Wohnhaus. Aktuell ist das Gotteshaus in drei Wohnungen unterteilt, die die Verwaltung auch weiterhin vermieten will. "Demnächst wird es dort Renovierungsarbeiten geben", so Loskill.

Ruppichterother können mitentscheiden

Langfristig soll die Synagoge aber für alle Bürger offen sein. Eine Idee ist die Umgestaltung zu einem Heimatmuseum, das sich mit der jüdischen Geschichte in Ruppichteroth und dem Rhein-Sieg-Kreis befasst - ganz nach dem Vorbild der Gedenkstätte in Rosbach. "Es geht auch darum, Schulen und Kindergärten das Thema näherzulegen", sagt Loskill. Deswegen will der Rathauschef Bildungseinrichtungen und die Ruppichterother Kirchen mit ins Boot holen, wenn es darum geht, ein Konzept zu entwickeln. In Ruhe wolle man über alle Möglichkeiten beraten.

Durch das Projekt Regionale 2025 sollen zudem Fördermittel abgerufen werden. "Die Gemeinde kann das alles alleine nicht finanzieren", so Loskill. Der genaue Kaufpreis für das Gebäude wird nicht öffentlich genannt. Die Synagoge war jedoch mehrere Monate lang für rund 215.000 Euro auf Immobilienportalen zum Verkauf angeboten worden.

Kommentare

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Hendryk von der Burg11.02.2019 16:23

Pro Erinnerungskultur! Ein wertvoller Schritt seitens der Gemeinde. Herzlichst.


 

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