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Thurn Produkte hat Zahlungsschwierigkeiten

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Der Waschmittel-Hersteller Thurn Produkte hat Zahlungsschwierigkeiten. Das Unternehmen will sich durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufstellen. Es soll keinem Mitarbeiter gekündigt werden. Foto: Der Firmensitz in Neunkirchen [Nicolas Ottersbahc]

"Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, die beiden Unternehmen fortzuführen und nachhaltig zu sanieren sowie die Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb laufen der Geschäftsbetrieb und die Produktion weiter wie bisher“, erklärt Geschäftsführer Adolf Günter Thurn. Noch vor einigen Monaten hatte er große Pläne. Auf dem Gelände in Neunkirchen sollte ein neues Lagerhaus gebaut werden. Dadurch sollte das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht werden.

Der Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelhersteller betreibt vier Produktionsstätten in Neunkirchen, Much, Greven und dem niederländischen Kerkrade. Lezteres Werk ist von dem Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen. Die Unternehmen erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro und beschäftigen mehr als 450 Mitarbeiter. Ihre Gehälter sind  in den nächsten drei Monaten über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Danach will Thurn wieder die Zahlungen übernehmen

"Enormes Entwicklungspotenzial"

In dem Verfahren wird die Thurn-Gruppe vom Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp begleitet. Die Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei wird die Unternehmen in rechtlichen Belangen  begleiten und die betriebswirtschaftliche Restrukturierung übernehmen. Zusätzlich wird der Geschäftsführung der Sanierungsexperte Nils Averbeck zur Seite gestellt. "Die Thurn-Gruppe hat enormes Entwicklungspotenzial, deshalb ist die Eigenverwaltung der richtige Weg für das Unternehmen", sagt Averbeck.

Thurn hat sich zu einer Sanierung in Eigenverwaltung entschieden, da sich Optimierungsmaßnahmen, die im vergangen Jahr entwickelt wurden, verzögerten und die gewünschten Kostenreduzierungen ausblieben. Ebenso bleibt die Rentabilität des Produktionswerkes in Greven hinter den Erwartungen zurück. Dabei sollte es gerade erst ausgebaut werden, weil die Vergrößerung der Produktion in Neunkirchen durch eine Bürgerinitiative und einen Gerichtsbeschluss gestoppt worden war.

Zweitgrößter Waschmittelhersteller Deutschlands

"Die wichtigsten Lieferanten haben bereits zugesichert, zum Unternehmen zu stehen und uns weiter zu beliefern. Auch die Handelspartner wollen den eingeschlagenen Weg mitzugehen", sagt Geschäftsführer Thurn. Der Familienebtrieb, der der zweitgrößte Waschmittelhersteller in Deutschland ist, beliefert unter anderem Edeka, Aldi und Lidl.

Im Mittelpunkt des Sanierungskonzeptes stehen Prozessoptimierungen in der Verwaltung und den Produktionsstätten, eine Reduzierung der Komplexitäts- und Logistikkosten sowie Investitionen in innovative Produkte und neue Vertriebskanäle.

Familienbetrieb in Ruppichteroth gegründet

Der Familienbetrieb besteht seit 1977 und wurde in Ruppichteroth gegründet. Damals lagen die Ursprünge im Maschinenbau, genau genommen der Produktion von Blasmaschinen zur Produktion von Kunststoffflaschen. Firmengründer Adolf Günther Thurn kam auf die Idee, Flüssigreiniger zuzukaufen und selbst zu vermarkten. Mit einem Kleinlaster wurden Tante-Emma-Läden in der Region beliefert. Ein Jahr später nahm Thurn die Produktion der Reinigungsmittel selbst in die Hand. Von da an wuchs das Unternehmen stetig, vor 15 Jahren erwirtschafteten die knapp 150 Mitarbeiter noch einen Umsatz von 75 Millionen Euro.

 

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