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Wie ein Dorfverein die Kreisliga A aufmischt

Von Nicolas Ottersbach | |   Sport

Die Trainer der beiden Mannschaften schreien nur noch über den Fußballplatz, schlagen mit den Fäusten in die Luft. Auch die Spieler keifen sich an. Schubsen und halten sich gegenseitig. Immer wieder unterbricht der Schiedsrichter die Partie wegen Fouls. Und es sind nur noch wenige Sekunden, bis die 95. Minute und damit die Nachspielzeit abläuft. Der Bröltaler SC liegt 1:2 zurück. Fotos: Bröltaler SC gegen den SV Menden (Ottersbach)

"Das sind die Situationen, in denen sich Teamgeist zeigt", sagt Kosta Pentazidis. Der 40-Jährige ist seit 2013 Trainer der ersten Mannschaft im Bröltal. Als er den Job annahm, waren seine Ambitionen groß. Er wollte den B-Ligisten in die Kreisliga A führen. "Die Spieler dachten damals, dass ich Späße machte", erzählt er.

Jetzt sind die Fußballer sogar auf dem Sprung in die Bezirksliga. Nach dem zehnten Spieltag stehen sie mit 23 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz der Kreisliga A. Auch der Spitzenreiter Siegburger SV hat 23 Punkte, allerdings ist deren Tordifferenz besser. "Da sieht man mal, wie ein Dorfverein die ganzen großen Stadtvereine aufmischen kann", sagt Pentazidis, der auch im nächsten Jahr Bröltaler Trainer bleiben will.

Er kam damals selbst von einem "Stadtverein", dem TSV Wolsdorf, zum BSC. "Da gibt es ganz andere Möglichkeiten, Spieler an sich zu binden", erzählt er. Das bedeutet vor allem eins: In den größeren Verein fließt Geld, die Spieler werden selbst in den Amateurklassen mit hohen Aufwandsentschädigungen entlohnt. Zudem sind die Trainingsbedingungen auf modernen Plätzen besser. Foto: Trainer Kosta Pentazidis im Interview

Beim Bröltaler SC, dem "Dorfverein", gibt es keine großen Finanzspritzen. Wohl aber zwei neue Kunstrasenplätze, die damals durch das Konjunkturpaket II des Bundes gebaut wurden. Wenn der eine Platz belegt ist, wird einfach auf dem anderen trainiert. 

Es gibt aber noch einen Grund für den Bröltaler Erfolg. "Hier identifizieren sich die Spieler mit ihrem Verein", sagt Pentazidis. Ein Blick auf den Kader reicht. Dort spielen gleich drei Brüder zusammen: Peter, Johannes und Martin Hohn. Viele von Pentazidis Kickern sind schon seit ihrer Jugendzeit in einer Fußballmannschaft, sind in dieselbe Schule gegangen, kennen sich seit Jahren.

Diese Identifikation zeigt sich laut Pentazidis in jedem Spielzug. Die Spieler kämpfen füreinander. Die Trainingsbeteiligung ist hoch, auch wenn es eben nur ein Hobby ist. "Die Stimmung ist klasse, einer pusht den anderen", sagt er. Wenn die Luft nach der 90. Minute nicht mehr ausreicht, feuert man sich so lange an, bis die letzten Kräfte mobilisiert sind.

Und das merkt man an so Spielen wie dem gegen den SV Menden, als der BSC 1:2 zurück liegt. Je näher es auf den Abpfiff zugeht, desto schneller wird die Partie, die Bröltaler stürmen immer wieder nach vorne. Als Robin Brummenbaum dann das langersehnte Tor per Kopf macht, rennt das ganze Team aufeinander zu und bejubelt sich selbst. Das machen auch die Bezirksligisten nicht besser. Dabei war es diesmal nur ein Unentschieden. Foto: Torjubel beim BSC

Kommentare(1)

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  • Steffi 14.02.2017 18:18

    Natürlich wäre der Trainer gerne geblieben. Die meisten Spieler verstehen diesen Schritt auch nicht. Die Fans, die immer da sind, sind auch stink sauer auf den Vorstand. Wenn man nachfragt, bekommt man keine Antwort. Man kann nur hoffen, das der Vorstand weiß, was er da angerichtet hat!
     

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