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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Manna Eye Clinic in Kamerun

„Auf den Gängen warten Hunderte Leute, wenn wir zum Operieren vor Ort sind“

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Der Ruppichterother Augenarzt Hans-Jürgen Schnell versorgt seit vielen Jahren Patienten in Kamerun und damit die Ärmsten der Armen. Über die ehrenamtliche Arbeit, die ohne Spenden nicht funktioniert, gibt es derzeit eine Ausstellung in der Kreisparkassen-Filiale in Ruppichteroth. Fotos: Die Manna Eye Clinic in Nkongsambe hilft den Ärmsten der Armen [Privat]

Wie groß die Not in dem afrikanischen Land ist, lässt sich schnell zusammenfassen. „Auf den Gängen warten Hunderte Leute, wenn wir zum Operieren vor Ort sind“, erzählt Schnell. Seit 2013 fliegt er regelmäßig zur Manna Eye Clinic in Nkongsamba, eine Stadt im Südwesten von Kamerun, die etwa 145 Kilometer nördlich der Hauptstadt Douala liegt. „Die Menschen fahren Hunderte von Kilometern, um bei uns operiert zu werden.“ Sie haben beispielsweise grauen Star oder zu hohen Augendruck. Doch das Team von Ärzten und Helfern kümmert sich nicht nur in der Klinik um die Patienten, sondern fährt auch zu dem Menschen aufs weite Land, um sie zu untersuchen.

Medizinische Geräte auf dem Flugzeugsitz

Seit der Gründung der Klinik vor 16 Jahren hat sich eine Menge verändert. „Wir haben mittlerweile das Equipment so modernisiert, dass wir einen Operationssaal mit europäischen Standards haben“, sagt Schnell. Teils seien es dieselben medizinischen Maschinen, die auch in Deutschland benutzt würden. Vieles davon stammt auch aus Altbeständen, die der 74-Jährige, der mittlerweile im Ruhestand ist, in seiner Heimat organisiert und dann nach Nkongsamba transportiert hat. Weil sie oftmals sehr empfindlich sind, fliegt er sie persönlich: Dann hat er neben sich keine anderen Fluggäste, sondern große Rucksäcke sitzen. Regelmäßig liefert er auch ausgemusterte Brillen nach Nkongsamba, die dann an die weitergegeben werden, die sie benötigen.

Ohne Spenden läuft nichts

Die Kosten für eine Operation tragen die Patienten selbst, sofern sie es können. 40 Euro kostet es beispielsweise, eine neue Linse einzusetzen – in Deutschland würde man ein Vielfaches zahlen. „Diese niedrigen Preise können wir nur aufrufen, weil wir von Ehrenamtlichen unterstützt werden und Spenden bekommen. Deswegen sind die Spenden für uns so wichtig“, sagt Schnell. Das Material und Medikamente müssten bezahlt werden, genauso wie das lokale medizinische Personal. Das habe man mittlerweile so gut ausgebildet, dass es Eingriffe selbst durchführen könne.

Die Arbeit in Kamerun ist aber auch gefährlich, denn das Land ist in einen französischen und einen englischen Bereich gespalten. „Derzeit können wir wegen des Bürgerkriegs nur im frankophonen Bereich konsultieren“, sagt Schnell.

Weitere Informationen zur Manna Eye Clinic und das Spendenkonto gibt es unter www.mannaeyeclinic.de.

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