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www.broeltal.de

Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Ruppichteroth hinkt bei DSL hinterher

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

LTE hui, Glasfaser pfui: Während die Funknetze für schnelle Internetverbindungen in den vergangenen Jahren in Ruppichteroth vorbildlich ausgebaut wurden, hinkt das Festnetz hinterher. Als Ersatz eignet sich die kabellose Technik aber nur bedingt, bisher sind mit ihr eine Begrenzung des Datenvolumens und höhere Kosten für Verbraucher verbunden. Die Gemeindeverwaltung bemüht sich, den DSL-Ausbau voranzutreiben. Foto: Oft liegen wie hier statt Glasfaser- nur Kupferkabel unter der Erde, die nicht so hohe Internetgeschwindigkeiten zulassen.

Wieder aktuell geworden ist die Breitbandverkabelung im Schönenberger Rathaus, seit die Sieggemeinden Eitorf und Windeck mit dem Kölner Netzbetreiber Netcologne und dem Stromanbieter RWE ihre Kooperation begannen. Dort werden Glasfaserkabel, die für schnelles Internet notwendig sind, durch bereits bestehende Leerrohre der RWE-Tochter Westnetz und teilweise komplett neu verlegt. "So ein Projekt ist natürlich auch in Ruppichteroth denkbar", sagt Westnetz-Sprecher Christoph Brombach.

Bereits Anfang 2011 hatte die Gemeindeverwaltung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die das Thema Internet in der Bröltalgemeinde genauer beleuchten sollte. Das Ergebnis war ernüchternd: Zu teuer sei der flächendeckende Ausbau, Fördergelder das Landes gebe ist nicht. "Das liegt daran, dass wir schon so gut mit LTE versorgt sind", erklärt Bürgermeister Mario Loskill.

Laut der NRW-Richtlinie ist die Breitbandförderung dafür da, bei privaten und kommunalen Unternehmen die "Wirtschaftlichkeitslücke (Fehlbetrag zwischen Investitionskosten und Wirtschaftlichkeitsschwelle) bei Investitionen in leitungsgebundene oder funkbasierte Breitbandinfrastrukturen" zu schließen. Eitorf und Windeck konnten die Zuschüsse, die bis zu 75 Prozent betragen, in Anspruch nehmen. 

Dabei ist man in einigen Orten dem schnellen Internet so nah, aber doch so fern. Wie im Schönenberger Neubaugebiet. Wenn sonntags viele Anwohner im Netz sind, lahmt die Internetverbindung auf dem Berg. Aus DSL 2000 wird dann DSL 1000. Wer dort ein Haus baut, muss sogar damit rechnen, keinen Internetanschluss per Kabel mehr zu bekommen, weil die Leitungen überlastet sind.

Direkt durch Schönenberg verläuft ein Hochleistungs-Glasfaserkabel, das sozusagen zum Rückgrat des Telefonnetzes gehört. Dort sind beispielsweise die Satellitenschüsseln der Kommunikationsfirma Cetel im Ruppichterother Gewerbegebiet Nord angeschlossen. "Solche Kabel können aber nicht einfach angezapft werden", sagt André Hofmann, Telekom-Sprecher für die Region West. Viel Technik wie Verteilerkästen seien nötig, um den Ort anzubinden. "Man muss eine komplett neue Infrastruktur schaffen." 

Und das kostet Geld, was die Unternehmen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht investieren wollen und die Kommune mit ihrem klammen Haushalt nicht investieren kann. Ein Lichtblick könnten da die Leerrohre sein, die RWE bei allen Baumaßnahmen mittlerweile standardmäßig unter die Erde bringt. Weil die Telekommunikationsunternehmen dann nicht mehr Buddeln müssen, sondern einfach ihre Kabel einziehen können, sinken die Kosten drastisch. Um bis zu 80 Prozent. Glasfaserkabel sind unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störfeldern, weshalb sie auch in Rohre verlegt werden können, in denen bereits Kupferkabel, Stromkabel oder sogar Hochspannungsleitungen vorhanden sind. Am günstigsten ist das Fiber-to-the-Curb-Konzept (s. Infokasten unten). 

Auch in Ruppichteroth. "Wir sind für alle Vorschläge und Kooperationen offen, man muss nur an uns herantreten", sagte Brombach. Gleiches war auch von Hofmann zu hören. Obwohl die Kommunalberater der beiden Unternehmen eigentlich genau dafür da sind, Neuigkeiten zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft auszutauschen. In Ruppichteroth war man davon ausgegangen, dass sich diese Berater melden, sobald es neue Möglichkeiten gebe.

Bürgermeister Loskill hat nun die beiden Unternehmen und andere Anbieter kontaktiert. Anscheinend hat auch sein Mucher Kollege Alfred Haas das Projekt in Eitorf und Windeck als neuerlichen Startschuss verstanden. Dort hat man ebenso eine Anfrage an RWE gestellt. 

Glasfaser-Technik

Beim Fiber-to-the-Curb-Konzept (FttC) führt man die Glasfaserkabel bis an den grauen Verteilerkasten, der meist am Bürgersteig (Curb) steht. Dort wird das Internet von den Glasfaser-Lichtimpulsen in Stromstöße umgewandelt, die vom Kupfer geleitet werden können. So kann man die jahrzehntealten Kupferkabel der Deutschen Post, heute Telekom, ohne erneute Erdarbeiten bis in die Häuser benutzen. Je nach Zustand der Kupferkabel und Entfernung vom Verteilerkasten kann man DSL-Geschwindigkeit durch verschiedene Techniken auf bis zu 50 MBit/s Downstream erhöhen. Mit neuen Kupferkabeln klappt das besser.

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