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Die VR-Bank zieht aus, die Gemeindewerke ziehen ein

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Die gefällten Bäume lassen es schon erahnen: In wenigen Wochen wird das Haus der ehemaligen Praxis Dr. Pach an der Ruppichterother Brölstraße abgerissen. Dort baut die VR-Bank Rhein-Sieg dann ein Wohn- und Geschäftshaus, in das sie später selbst einziehen wird. Einige der alten Büros auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden ab April die Gemeindewerke Ruppichteroth übernehmen. Fotos: Die alte Praxis und das Gebäude der VR-Bank [Nicolas Ottersbach]

Es ist das nächste Bauprojekt, das die Ortsdurchfahrt in Ruppichteroth stark verändern wird. Neben dem Huwil-Center, auf dem Grundstück der ehemalige Praxis von Dr. Christian Pach, will die VR-Bank Rhein-Sieg ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. In den nächsten Wochen sollen dort die Abrissbagger anrollen, aus Naturschutzgründen wurden die Bäume schon jetzt gefällt. "Noch in diesem Jahr wird dann Baubeginn sein", sagt Bankvorstand Ralf Löbach.

Das Projekt ruhte schon in den Schubladen der alten Raiffeisenbank, als sie noch nicht mit der VR-Bank fusioniert war. "Wir wollten das alte Gebäude erhalten, es ist jedoch zu marode", erklärt Löbach. So sind die Risse im alten Bruchstein-Mauerwerk auch von außen zu sehen.

Im Neubau werde unter anderem eine Arztpraxis entstehen, zudem werde es mehrere Wohnungen geben. "Und wir ziehen dort selbst ein", so Löbach. Die VR-Bank wird der größte Mieter sein, das alte Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite geräumt. Bis 2019 soll der Bau abgeschlossen sein.

In dieser Zeit ziehen die Gemeindewerke Ruppichteroth, die ihre Büros aktuell noch im Schönenberger Rathaus haben, zunächst in einige Räume der oberen Etage. "Der Mietvertrag läuft ab 1. April", sagt Gemeindewerke-Chef Rolf Hänscheid. Pünktlich zum Start des eigenen Vertriebs von Strom.

Die Privatisierung des ehemaligen kommunalen Unternehmens und die darauffolgende Expansion auf den Strommarkt haben dafür gesorgt, dass mehr Mitarbeiter eingestellt werden müssen. "Unsere Räume im Rathaus sind dafür zu klein, zudem braucht die Gemeindeverwaltung mehr Platz", erklärt Hänscheid. Der Umzug sei somit unvermeidlich geworden. Vorteil für die Kunden: Es gelten nicht mehr die Öffnungszeiten des Rathauses.

Aber auch das ist nur ein Provisorium. Schon jetzt prüfen die Gemeindewerke, wo sie einen eigenen Neubau errichten können. Genaue Pläne gibt es allerdings noch nicht.

Kommentare

  • Maria Hilf
    March 17, 2017 um 5:35 pm

    Wie sagt man so schön: "wo ein Wille ist, da gibt es auch einen Weg." Ein Erhalt, Renovierung, Einfügung in einen Neubau wäre alles möglich. Auch architektonisch ist sowas reizvoll. Für historische Gebäude haben aber Herr Bürgermeister & Co. keinen Sinn, wie man immer wieder erfahren muß. Z.B. gammelt die Pulvermühle so lange vor sich hin, bis sie zusammenbricht und weg ist. Dann heisst es: "och wie schade. Aber die Bausubstanz war nicht mehr zu erhalten." Wenn ein DENK-MAL weg ist, ist es für immer verschwunden, aus den Augen aus dem Sinn.

    • Andre Bänninger
      March 29, 2017 um 9:06 pm

      Erstklassiger Kommentar! Alles drin. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Vielen Dank dafür.

  • Wolfgang Steimel
    March 16, 2017 um 6:57 pm

    Warum kann man hier nicht auch, wie im Huwil Center, Auflagen machen zur Erhaltung des Ortsbildes (siehe Sheddächer). Konkret durch die Weiterverwendung der Bruchsteine und Fenster mit Rundbogen (natürlich neue Fenster, aber vom Bild her gleich).

    • Andre Bänninger
      March 17, 2017 um 7:03 am

      Ganz genau so! Wenn man wollte, könnte man das ganz sicher. Vielen Dank Herr Steimel.

  • Markus R. aus K
    March 8, 2017 um 1:12 am

    Immer schön historische Bausubstanz verschwinden lassen. Damit ist dann auch der erste Platz beim Wettbewerb "Unser Dorf soll hässlich werden" auf Dauer gesichert. Wie oft schon haben Banken interessante Gebäude abgerissen und gewinnoptimierte Neubauten ohne Seele errichtet. (z.B. in Waldbröl) Eine Schande!

  • Andi B.
    March 5, 2017 um 4:44 pm

    ...und wieder geht ein Stück (Ruppichterother) Geschichte... War sonst kein Platz mehr frei? Bin mal sehr gespannt, was dort für ein "Prachtbau" entsteht.

  • Ben Höhner
    March 5, 2017 um 1:45 pm

    Meiner Meinung nach ist der Abriss des historischem Gebäude der richtige Schritt! Was bringt ein leerstehendes und marodes Gebäude? Garnichts, die Zukunft von Ruppichteroth wird durch den bevorstehenden Neubau weiter positiv beeinflusst. Besonders die entstehende Arztpraxis wird wichtig sein, da diese den uns bevorstehenden Ärztemangel bekämpfen wird! Die VR Bank tätigt somit einen wichtigen Schritt für Ruppichteroth, der positive Folgen für unsere Gesellschaft haben wird. Trotzdem hoffe ich das in ein paar Jahren das alte Bankgebäude nicht leerstehen wird, das würde dem Ortsbild nämlich nicht gut tun!

  • Angie B.
    March 5, 2017 um 6:26 am

    Eine Schande, das abzureissen! Wo bleibt der Denkmalschutz? Interessiert das niemanden mehr? Und was passiert dann später mit den wunderschönen Bruchsteinen und der schönen hölzernen Eingangstür? Wohin werden die verhökert? Schlimm, wenn solche Objekte in die Hände von Bankstern geraten, die nur an Profit interessiert sind, statt solche Bauwerke zu erhalten! Aus dem Haus hätte man ein richtiges Schmuckstück machen können, ähnlich dem gegenüber der Araltankstelle.

    • Schmidt P.
      March 6, 2017 um 12:15 pm

      Liebe Angie B, wo leben sie denn rum? Hinterm Mond, oder wo? Dieser Schandfleck hätte schon eher verschwinden müssen.

  • Henscheid
    March 3, 2017 um 9:04 pm

    Ist das nicht das ehemalige Bahnhofsgebäude der Bröltalbahn?

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