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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Ein Drittel britische Virus-Mutation

Drei Coronavirus-Ausbrüche lassen Infektionen in Ruppichteroth nach oben schnellen

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Drei unabhängige Coronavirus-Ausbrüche sorgen für hohe Infektionszahlen in Ruppichteroth. Es gibt 41 Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 200. Foto: Symbolbild [Pixabay]

Monatelang war Ruppichteroth eine Art Musterschüler, was die Corona-Zahlen angeht. Meist waren die aktuellen Fälle einstellig, es gab nur einen Menschen, der mit oder oder an einer Coronavirus-Infektion starb. Nun gibt es bereits neun Todesfälle, wobei viele der Betroffenen bereits im Sterben lagen. Nachdem es vor rund drei Wochen einen Ausbruch im Seniorenheim Tusculum gab - dort sind aktuell 29 Personen, wovon 16 Bewohner sind, positiv getestet worden - sind nun zwei weitere hinzugekommen: Auch im Kindergarten in Büchel und beim Fleischverarbeiter Willms haben sich mehrere Personen angesteckt. Bei Willms gibt es laut Rhein-Sieg-Kreis 24 Fälle, die aber nicht alle in die Ruppichterother Statistik eingehen, weil sie nicht in der Gemeinde wohnen.

13 der Ruppichterother Fälle, und damit rund ein Drittel der Infektionen, sind auf die britische Virusmutation zurückzuführen, was in etwa der Quote im Rhein-Sieg-Kreis entspricht. "Wir sehen, dass die Warnungen vor der Mutation berechtigt sind. Sie hat sich auch bei uns schnell und aggressiv ausgebreitet", sagt Bürgermeister Mario Loskill. Gäbe es die drei Ausbrüche nicht, lägen die Infektionszahlen im einstelligen Bereich.

Infektion im Rathaus

Auch das Rathaus ist nun erstmals betroffen: Bei einer in der Verwaltung beschäftigten Person ist das Coronavirus nachgewiesen worden, weshalb auch die restliche Belegschaft nun getestet wurde und Kontaktpersonen in Quarantäne sind. "Die Verwaltung ist weiter für die Bürger da. Wir haben schon in den vergangenen Wochen viele Arbeitsplätze ins Home-Office verlegt", so Loskill.

Gemeinderat verschiebt Sitzungen

Die hohe Sieben-Tage-Inzidenz, die aufgrund der Ausbrüche in Ruppichteroth nun über dem Wert von 200 liegt, hat den Gemeinderat und die Ausschüsse dazu veranlasst, die im März anstehenden Sitzungstermine in den Mai zu verschieben. Zudem haben die Vereine Post aus dem Rathaus bekommen, in der Loskill um Achtsamkeit bittet. Theoretisch darf laut der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW auf den kommunalen Anlagen wieder im kleinen Personenkreis und mit Abstand Sport getrieben werden, was die Gemeinde auch nicht explizit verbietet. "Ich empfehle herzlichst, die neuen Regelungen zum erweiterten Personenkreis, insbesondere für die Gruppen von höchstens 20 Kindern unter 14 Jahren, nicht umzusetzen", heißt es darin. Loskill könne "als Vereinsmensch und Vater einer jungen Tochter nachvollziehen", dass die Kinder wieder in Bewegung kämen. "Jedoch blicke ich mit Sorgen auf die auch in unserer Kommune festzustellenden zügigen Ausbreitung der Mutationen."

Schulen und Kitas sollten geschlossen bleiben

Um die weitere Verbreitung einzudämmen, hatten Landrat Sebastian Schuster und Bürgermeister Mario Loskill vorgeschlagen, in der kommenden Woche Schulen und Kitas in der Gemeinde zu schließen. "Dieses Vorgehen hätten auch die Kindergärten und Schulen vor Ort mitgetragen", so Loskill, der sich mit den Leitungen zuvor abgesprochen hatte. Der Vorstoß wurde nun aber vom NRW-Gesundheitsministerium abgelehnt, stattdessen solle man die Lage weiter beobachten.

Die aktuellen Infektionszahlen für den Rhein-Sieg-Kreis gibt es im Corona-Dashboard.

Der Inzidenzwert im Rhein-Sieg-Kreis liegt nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit Nordrhein-Westfalen bei 59,8 (Freitag, 0 Uhr) und ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Das entspricht in etwa dem Wert von Oktober 2020. Demnach seien 101 neue Fälle gemeldet worden, die Zahl der gemeldeten Fälle stieg damit insgesamt auf 16.188.

Kommentare

  • Holger Schmidt 24.03.2021 um 04:17

    Warum kommt man eigentlich immer erst auf die Idee reflexartig Schulen und Kindergärten zu schließen? Da werden vorwiegend Mitarbeiter eines einzelnen Betriebes und Bewohner eines Altenheimes positiv getestet. Nicht etwa Schulkinder und Kindergartenkinder. Wo ist der Link zu Schulen und Kindergärten? Das ist Willkür. Dann könnte man auch genau so gut sagen, wir schließen Arztpraxen. Oder Friseure. Oder irgend etwas anderes was nicht im Zusammenhang mit Willms oder Tusculum steht. Das ist doch Unsinn. Wäre es nicht sinnvoller gezielt die Kontaktpersonrn der Infizierten zu identifizieren und auf das Virus zu testen? Immer erst die ganz große Keule auszupacken wirkt auf mich hilflos und nicht durchdacht.

  • Harald Sciefen 22.03.2021 um 08:34

    Mich wundert nichts mehr! Dringend angesagte Schulschließung (damit später nicht noch länger geschlossen werden muss) wird von einer chaotisch geführten Landesregierung verhindert! Fan-Treffen mit mindestens 4-5 "Fremdhaushalten" zum anfeuern des zum Untergang geweihten 1. FC! Nach dem "Aufruf" der Gemeinde an die Vereine zur Zurückhaltung brennen als erstes die Flutlichtmasten an den Sportplätzen. Die Liste ließe sich weiterführen. Wir sollten dann aber nicht neidisch auf Mallorca schauen, das ausser Ballermann vieles schönes aufzuweisen hat und vor allem die Pandemie besser im Griff hat als wir! Aber: weiter so, "wir schaffen das"!

  • Bernd Kapp 14.03.2021 um 16:19

    Auch ich bin fassungslos wenn ich solche Kommentare ohne Substanz lese.

    Die Firma Willms testet seit Juli 2020 mindestens 2-mal (Schnelltest und PCR) pro Woche. In den letzten Monaten mindestens 5-mal pro Woche plus Samstags also täglich die gesamte Belegschaft allein in Bröleck mit ca. 600 Mitarbeitern auf eigene Kosten. Ich kenne keinen Betrieb im ganzen Umkreis der eine solche Teststrategie an den Tag legt oder überhaupt eine ähnlich Strategie verfolgt.

    Stattdessen sollte Sie sich einmal Gedanken machen, welche „Strategie“ die Kommunen in der Umgebung im Bezug auf die Testung ihrer Bürger in den letzten 6-10 Monaten verfolgen.

    Ich kann dazu keine Eigeninitiative erkennen.

    Die Firma Willms spiegelt in ihrer hohen Anzahl an Mitarbeitern nur die Situation der Gesamtbevölkerung wieder. Im Gegensatz zu den öffentlichen „Anstrengungen“ macht die Firma Willms etwas und handelt entschlossen. Auftretende Fälle hätte man bei frühen, öffentlichen und lückenlosen Tests aller Einwohner evtl. schon herausziehen können.

    Ich bin sehr beeindruckt über dieses unternehmerische Handeln, ähnliches habe ich im Umkreis nicht gefunden.

  • Guido Schütz 13.03.2021 um 17:57

    Da erfahre ich heute aus der Zeitung, daß 24 Personen bei Willms sich mit Corona infiziert haben und das Unternehmen ... sehr kooperativ sei und es an den hygienischen Bedingungen wenig auszusetzen gilt ... ( KSTA vom 13.3.2021). Ich bin fassungslos! Der Betrieb darf natürlich weiterlaufen. Als wenn es die gleiche Misere mit Willms, Tönnies etc. im letzten Jahr nicht auch schon gegeben hätte. Natürlich ist die Fleischproduktion bei Willms anscheinend systemrelevant und darf keinesfalls gefährdet werden. Und Testen, Testen, Testen gilt anscheinend nur für den normalen Bürger und immer noch nicht für die echten Risikogruppen. Und an den ... hygienischen Bedingungen gibt es wenig auszusetzen ...? Und Gottseidank gehen ja auch nicht alle Covidfälle in unsere Ruppichterother Coronastatistik ein. Na, dann ist ja alles wieder gut. Wie schon gesagt: Ich bin fassungslos.

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