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Vater der Heimatkrippe: Alois Müller verstorben

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Der Erbauer der "Bergischen Heimatkrippe" und Heimatforscher Alois Müller ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Foto: Alois Müller und das Modell der Burg Herrenbröl [Nicolas Ottersbach]

Alois Müller hatte immer ein ruhiges Händchen und einen Blick für Details. Ob als Werkzeugmacher bei Huwil oder in seiner Freizeit, wenn er sich dem Modellbau widmete. Seine Werke haben über die Jahre Tausende Menschen bewundert: Die "Bergische Heimatkrippe", die er bei sich zu Hause in Hambuchen immer weiter ausbaute und darin die Geschichte Ruppichteroths zeigte, war nicht nur zur Döörper Weihnacht ein Publikumsmagnet. Seine Modelle boten den Zuschauern eine Reise in die Vergangenheit und machten Historie begreifbar. So wurde im Schönenberger Rathaus ein Nachbau der Burg Herrenbröl ausgestellt. Aber nicht als Ruine, so wie sie heute zu sehen ist, sondern zu ihren besten Zeiten als Adelssitz der Familie von Weschpfennig.

Im Krieg aufgewachsen

Müller wurde am 8. Oktober 1935 geboren und wuchs während des Zweiten Weltkriegs auf. Viele Jahre lebte er in Kammerich. Den Ruppichterothern war er vor allem als gelernter Maschinenschlosser und Werkzeugmeister bei Huwil bekannt. Denn als Ausbildungsleiter lernte er unzählige Lehrlinge an. Man kannte ihn mit grauem Kittel, Schieblehre, Zollstock und Bleistift - und immer mit einem offenen Ohr. Während dieser Zeit beschäftigte er sich auch immer wieder mit der Geschichte seiner Heimat. In seinem Archiv gibt es viele historische Bilder und Aufsätze. Einiges davon ist auch schon in Büchern und auf www.bilderbuch-ruppichteroth.de veröffentlicht worden.

Im Ruhestand widmete er sich dann dem Modellbau. Als Materialien wählte Alois Müller oft das, was sich gerade anbot. So fand er die Sperrholzplatten für das Grundgerüst von Burg Herrenbröl auf dem Sperrmüll, ebenso wie den Unterbau, der mal ein Schreibtisch war. Die rund 3000 Schindeln für das Dach schnitt er mit der Nagelschere aus. Müllers Geheimnis für die Arbeitslust: Seine Frau Vera Symanski brachte ihm täglich um 10:30 Uhr einen Cappuccino in die Werkstatt, wahlweise mit einer Banane oder Nussschokolade. Manchmal raubte ihm die Arbeit aber auch den letzten Nerv. "Nicht nur einmal schrie ich ein heftiges Donnerkeil durch die Werkstatt", erzählte er einmal.

Für den guten Zweck

Wenn er es gewollt hätte, hätte er mit der "Bergischen Heimatkrippe" sicherlich gutes Geld verdienen können. Aber Eintritt kassierte Alois Müller nie, stattdessen baten er und seine Frau um Spenden für wohltätige Zwecke. Die Liste ist lang: die Kinderklinik St. Augustin, das Projekt "Kinder in Mosambik", die Deutsch-Laotische Freundschaftsgesellschaft, Lebenskreis e.V., die Ruppichteroth Tafel, Rundschau Altenhilfe, Haus Bröltal, der ökumenische Kindergarten "Unter'm Regenbogen" , der katholische Kindergaten in Ruppichteroth oder das Theresien-Gymnasium bekamen Zuwendungen.

"Ich danke auf diesem Wege für seine vielen guten Taten, seinem großartigen Wirken für unsere Kommune und für seine Jahrzehnten langen vielfältigen, ehrenamtlichen Tätigkeiten im Namen der Gemeinde Ruppichteroth und im Namen vieler Bürgerinnen und Bürger", sagt Bürgermeister Mario Loskill. Seine Arbeiten und Forschungen in der Heimatgeschichte seien bedeutend für die Nachwelt.

Sein letztes Modell hat Alois Müller nicht mehr abschließen können: die katholische Kirche St. Severin.

 

Kommentare

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Toni Urgu 09.11.2018 14:15

Es tut mir Leid für den Verlass von Herrn Müller. Er war mein Ausbilder im Werkzeugbau von 1972 bis 1974. Er ist immer hilfsbereit gewesen und ich danke ihm für alles. Ich bin seit 1977 wieder in meiner Heimat Sardinien, aber ich werde diese Zeit nicht vergessen. Toni


 

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