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Vater der Döörper Weihnacht

Bundesverdienstkreuz für Wolfgang Steimel

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Wolfgang Steimel ist für sein Engagement für seine Heimatgemeinde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Foto: Wolfgang Steimel mit dem Orden vor seinem Geburtshaus im Ruppichterother Oberdorf [Nicolas Ottersbach]

Keine große Festgesellschaft, Gratulation nur per Whatsapp und Telefon: Den Tag, an dem man den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekommt, stellt man sich sicherlich anders vor. "Es war ein bisschen wie beim Notar", erzählt Wolfgang Steimel (72). Im Büro des Landrats Sebastian Schuster im Kreishaus saß nur seine Tochter Karin Argendorf - und eben der Landrat. Trotzdem freute sich Steimel über die Auszeichnung, hielt sie stolz in die Kamera. "Es ist schön, ein Danke zu bekommen, nachdem man selbst so viele Jahre Danke gesagt hat."

Engagement in vielen Vereinen

Das hat Wolfgang Steimel oft getan, schon als junger Mann engagierte er sich in verschiedenen Vereinen. In Turnverein Ruppichteroth, Hegering, DLRG Ortsgruppe Ruppichteroth und Bröltaler Ernteverein. Vor allem aber in seiner Funktion als Vorsitzender des Bürgervereins Ruppichteroth. 1978 war er eingetreten, 1996 wählten ihn die Mitglieder an die Spitze. 14 Jahre lang übte er das Amt aus und initiierte in dieser Zeit viele Projekte. Eines, was mittlerweile über die Grenzen der Region bekannt ist, wurde jedoch noch ein Jahr früher geboren. Bereits 1995 hatte Steimel die Idee zur Döörper Weihnacht. Mittlerweile findet der Weihnachtsmarkt jährlich an einem Wochenende im Ruppichterother Oberdorf statt und lockt mit mehr als 80 liebevoll geschmückten Holzbüdchen Tausende Besucher an.

Auch die außergewöhnliche Gestaltung des Kreisverkehrs in Ruppichteroth als Geschichtsinsel mit alten Loren ist Steimels persönlichem Einsatz zu verdanken. 2012 entwickelte er den Fachwerkwanderweg. Auf einer Länge von 11,5 Kilometern zeigt der Rundweg, wie die Menschen rund um Ruppichteroth ihr Leben seit Jahrhunderten verbringen. Dabei wird auf acht Infotafeln am Weg erklärt, wie eine Fachwerkwand entsteht. Als Wegepate sorgt er heute noch für den Erhalt des Weges und der zugehörigen Erlebnisstationen.

Gold- und Silber für das Oberdorf

2013 wurde Wolfgang Steimel zum Ehrenvorsitzenden des Bürgervereins ernannt. Aber schon die Jahre davor kümmerte er sich als Hauptverantwortlicher um die Teilnahme des Hauptortes Ruppichteroth am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft". Dies führte dazu, dass Ruppichteroth 2014 als „Golddorf auf Kreisebene", 2015 als „Golddorf auf Landesebene" und 2016 schließlich als „Silberdorf auf Bundesebene" ausgezeichnet wurde. Als die Jury damals durch den Ort fuhr, wurde vermutlich das größte Theaterstück der Ortsgeschichte aufgeführt, zu dessen Regisseuren auch Steimel gehörte. Die Feuerwehr machte bei einer Übung riesige Flammen, der Turnverein turnte in der Bröltalhalle auf den Geräten, auf einer Wiese wurde noch per Hand Heu gemacht. Ein Büdchen der Döörper Weihnacht stand im Oberdorf. Chöre sangen. Innerhalb von drei Stunden wurde so viel Dorfleben wie möglich gezeigt.

„Lieber Herr Steimel, dieser Orden ist die Würdigung ihrer Leistungen und ihrer Verdienste, auf die Sie mit Recht stolz sein dürfen“, sagte Sebastian Schuster, als er die  Ordensinsignien verbunden mit den Glückwünschen des Ministerpräsidenten Armin Laschet überreichte. Schöne Dankesworte, die Steimel dann doch nicht unkommentiert lassen konnte: "Meine Verdienste zum Beispiel im Bürgerverein waren nur möglich mit einer schlagkräftigen Mannschaft." Die hätte er bei der Verleihung gerne dabei gehabt. "Doch das Fest wird nachgeholt", sagt Steimel.

Verdienstorden in Ruppichteroth zuletzt 2018 verliehen

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, umgangssprachlich auch Bundesverdienstkreuz, ist die einzige und damit höchste allgemeine Verdienstauszeichnung des Landes. Er wurde als Instrument des Dankes für herausragendes Engagement zum Wohle der Allgemeinheit 1951 von Theodor Heuss gestiftet und wird seitdem durch den Bundespräsidenten selbst verliehen. In Ruppichteroth bekamen ihn zuletzt Hans-Jürgen Schnell (2018), Karl-Heinz Nagel (2011) und Karl Schröder (2013) verliehen. Nagel und Schröder sind mittlerweile verstorben.

Der Verdienstorden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen: Als Erstauszeichnung im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande; als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.

Kommentare

  • Günter Benz 13.02.2021 um 10:14

    Lieber Wolfgang, Ehre wem Ehre gebührt. Herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes sendet Dir eine alter Freund vom Homburger Brölbach - van dr Mücher Sitte. Bleib gesund und weiterhin aktiv.

  • Horst Adam 12.02.2021 um 17:15

    Herzlichen Glückwunsch!

  • Claus Müller 11.02.2021 um 22:57

    Lieber Wolfgang Steimel,

    die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland ist eine hohe Ehre, die nur wenigen ausgewählten Persönlichkeiten zuteil wird. Mit dieser hohen Auszeichnung für die Verdienste um das Gemeinwohl erfährt Dein unermüdliches und persönliches Engagement eine außerordentliche Würdigung, auf die Du mit Recht sehr stolz sein kannst, denn die Verleihung einer solchen Auszeichnung ist wahrhaft nicht alltäglich.

    Es freut mich sehr, dass nun auch der Bundespräsident mit dieser Auszeichnung Deinem beispielhaften Wirken die gebührende öffentliche Anerkennung zollt. Verbunden mit meinem persönlich Dank und der Gratulation zu dieser besonderen Ehre, wünsche ich Dir weiterhin viel Kraft, Gesundheit und vor allem immer wieder neue gute Ideen für unser liebenswertes Ruppichteroth.

    Claus Müller

  • Ulrich Stommel 10.02.2021 um 23:50

    Ich denke, daß ist sehr verdient, wahrscheinlich auch für Inge. Beide haben sich immerhin nachhaltige Gedanken um den Ort gemacht.

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